Hand hält Papphaus

Informationen für Immobilienverwaltungen

Diese Informationen richten sich an Immobilienverwaltungen.

Wichtige Vorbemerkung: Die in diesem Artikel beschriebenen steuerlichen Hilfen, die von Immobilienverwaltungen erbracht werden dürfen, dürfen in gleichem Umfang für die Grundsteuer auch von Haus- und Grundeigentümervereinen erbracht werden.

Eigentümerinnen und Eigentümer haben bitte zu beachten, dass es sich bei den Hilfen in Steuersachen durch den Verwalter um freiwillige Hilfeleistungen des Verwalters handelt. Kontaktieren Sie deshalb bitte vorab Ihren Verwalter, auch um über mögliche Kosten, die der Verwalter Ihnen für seine freiwillige Hilfe in Steuersachen auferlegen kann, informiert zu sein.

Grundsätzlich sind zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen nur bestimmte Berufsträger wie Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer befugt. In einigen Ausnahmefällen gestattet das Steuerberatungsgesetz (kurz: StBerG) jedoch auch anderen als diesen Berufsträgern in beschränktem Umfang und festem Rahmen die Hilfeleistung in Steuersachen.

So bestimmt § 4 StBerG:

„Zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen sind ferner befugt: … Nr. 4 Verwahrer und Verwalter fremden oder zu treuen Händen oder zu Sicherungszwecken übereignetes Vermögen, soweit sie hinsichtlich dieses Vermögens Hilfe in Steuersachen leisten, …“

Die Frage, ob dies auch Hausverwaltungen und die Erklärungen zur Grundsteuer nach der Reform einschließt, wurde zwischenzeitlich dahingehend entschieden, dass Grundstücks- und Hausverwaltungen nach § 4 Nr. 4 befugt sind, bezüglich der von ihnen verwalteten Objekte zu Erklärungen zur Feststellung des Grundsteuerwerts Hilfe in Steuersachen zu leisten. Dies bedeutet für die Immobilienverwalter konkret, dass sie bei der Erstellung der Grundsteuererklärungen helfen, die Erklärungen ausfüllen und auch über das Elster-Portal elektronisch abgeben dürfen und umfasst auch die Entgegennahme der Feststellungsbescheide und die Einlegung von Rechtsbehelfen, sofern hierfür Vollmachten erteilt werden. Die Hilfeleistung ist den Immobilienverwaltern außerdem bei von ihnen verwalteten Mietshäusern (z.B. Mehrfamilienhäuser) sowie für Wohnungen im Eigentum einer Gemeinschaft (z.B. eine Hausmeisterwohnung) gleichermaßen gestattet.

Bitte beachten Sie, dass bereits bestehende Vollmachten für die Erklärung zum Grundsteuermessbetrag für die neue Grundsteuer nicht gelten. Für die Entgegennahme der Feststellungsbescheide (z.B. Grundsteuermessbescheid durch das Finanzamt) ist eine Empfangsvollmacht im Erklärungsvordruck einzutragen. Eine zusätzliche Vollmacht in Papierform soll dann nicht beim Finanzamt eingereicht werden.

Die Erklärung zum Grundsteuermessbetrag ist elektronisch ab dem 1. Juli bis zum 31. Oktober 2022 abzugeben. Der Grundsatz der elektronischen Abgabe gilt nicht nur in Hessen. Die elektronische Abgabe kann zum Beispiel mit Hilfe des ELSTER-Verfahrens erfolgen. ELSTER steht für "ELektronische STeuerERklärung" und ist ein kostenloser und sicherer Service der Steuerverwaltungen in Deutschland. Da die Registrierung bei ELSTER eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, empfiehlt es sich, die Registrierung bereits vor dem Startzeitpunkt der Erklärungsabgabe am 01.07.2022, anzustoßen.

Über ihren Elster-Zugang können Immobilienverwalter die Grundsteuererklärungen der jeweiligen Grundstücks- beziehungsweise Wohnungseigentümer/-innen abgeben. Bei Fragen rund um die elektronische Steuererklärung (ELSTER) - etwa zum Registrierungsprozess - steht Ihnen die hessenweite Servicehotline unter 0800 522 533 5, von Montag bis Freitag 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr, zur Verfügung. Der Anruf ist kostenlos.

Hinweis: Im Falle der Abgabe von Erklärungen für die Wohnungseigentümer ist der jeweilige Immobilienverwalter als Auftragnehmer nach § 87d Abgabenordnung verpflichtet, sich vor der Datenübermittlung Gewissheit über die Person und die Anschrift des Auftraggebers zu verschaffen (Identifizierung) und die entsprechenden Angaben in geeigneter Form festzuhalten. Zudem müssen dem Auftraggeber die Daten zur Zustimmung in leicht nachprüfbarer Form zur Verfügung gestellt werden, der diese unverzüglich auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu überprüfen hat. Nach § 72a Abgabenordnung haftet der Auftragnehmer für Steuerschäden, die durch die Nichteinhaltung seiner Pflichten nach § 87d Abgabenordnung verursacht worden sind.

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