Zapfpistole beim Betanken eines Kraftfahrzeuges

300 Euro für alle, die im Erwerbsleben stehen!

Die Energiepreispauschale soll diejenigen Bevölkerungsgruppen entlasten, denen typischerweise Fahrtkosten im Zusammenhang mit ihrer Einkünfteerzielung entstehen und die aufgrund der aktuellen Energiepreisentwicklung diesbezüglich stark belastet sind.

Lesedauer:8 Minuten

Mit dem Steuerentlastungsgesetz 2022 vom 23. Mai 2022 hat die Bunderegierung mit Zustimmung der Länder eine einmalige Energiepreispauschale (EPP) von 300 Euro beschlossen, die alle Bürgerinnen und Bürger erhalten, die im aktiven Erwerbsleben stehen und die durch die aktuellen Energiepreise an den Tankstellen besonders belastet sind. Die EPP ist in den neuen §§ 112 bis 121 des Einkommensteuergesetzes geregelt.

Die Energiepreispauschale im Kurzüberblick

Anspruchsberechtigt sind grundsätzlich alle unbeschränkt steuerpflichtigen Personen, die Einkünfte aus Land-und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit oder aus einer aktiven Beschäftigung als Arbeitnehmer erzielen. Es reicht aus, wenn die Voraussetzungen nur für einen Teil des Jahres 2022 erfüllt werden.

Die EPP ist grundsätzlich steuerpflichtig. Personen mit niedrigeren Erwerbseinkünften werden deshalb durch die EPP stärker entlastet als solche mit hohem Einkommen. Das ist sozial gerecht und solidarisch.

Detaillierte Informationen zum anspruchsberechtigten Personenkreis, zur Festsetzung der EPP und zu den Auszahlungsmodalitäten für die unterschiedlichen Personengruppen finden Sie in den FAQ des Bundeministeriums der Finanzen, die Sie über den Link am Ende dieser Seite aufrufen können.

Hinweise für ...

Die Energiepreispauschale (EPP) von einmalig 300 Euro

  • erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und am 1. September 2022 in einem gegenwärtigen ersten Dienstverhältnis stehen und in den Steuerklassen I bis V eingereiht sind, über ihren Arbeitgeber ausgezahlt. Geringfügig Beschäftigte nach § 40a Absatz 2 Einkommensteuergesetz (sogenannte Minijobber) erhalten die EPP über ihren Arbeitgeber ausgezahlt, wenn es sich um das erste Dienstverhältnis handelt und der Arbeitgeber Lohnsteuer-Anmeldungen abgibt.
  • Die Auszahlung erfolgt in der Regel im September oder Oktober 2022 durch den Arbeitgeber.
  • In Ausnahmefällen - zum Beispiel, wenn der Arbeitgeber als Lohnsteuerjahreszahler auf die Auszahlung verzichtet - kann die EPP über die Abgabe der persönlichen Einkommensteuererklärung für das Jahr 2022 beantragt werden.
  • Die EPP ist steuerpflichtig und unterliegt dem Lohnsteuerabzug.
  • Sofern es in Einzelfällen zu einer Doppelbegünstigung kommt, wird ihr Finanzamt dies im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2022 korrigieren, da die EPP jeder anspruchsberechtigten Person nur einmal zusteht.
  • Weitere Anspruchsberechtigungen, Besonderheiten und Ausnahmeregelungen für den Personenkreis der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entnehmen Sie bitte den FAQ des Bundesministeriums der Finanzen (Link am Ende dieser Seite).

Die Energiepreispauschale (EPP) von einmalig 300 Euro erhalten auch Personen die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG), Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) oder selbständiger Arbeit § 18 EStG) erzielen. Die Begünstigung erfolgt in diesen Fällen grundsätzlich über das Vorauszahlungsverfahren zur Einkommensteuer.

Dazu folgende Informationen:

  • Sofern Sie gleichzeitig einen Anspruch auf Auszahlung der EPP durch einen Arbeitgeber haben, entfällt die Berücksichtigung im Vorauszahlungsverfahren (keine Doppelberücksichtigung).
  • In allen anderen Fällen wird ausschließlich die Vorauszahlung zur Einkommensteuer für das 3. Quartal 2022 um den Betrag der EPP (300 Euro) herabgesetzt, also die Zahlung zum 10. September 2022.
  • Betragen die für den 10. September 2022 festgesetzten Vorauszahlungen weniger als 300 Euro, so mindert die EPP die Vorauszahlung auf 0 Euro. Den übersteigenden Betrag erhalten die Anspruchsberechtigten dann von ihrem Finanzamt im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2022. Dies gilt auch in den Fällen, in denen für das 3. Quartal 2022  keine Vorauszahlungen festgesetzt sind.
  • Ein besonderer Antrag ist für die Berücksichtigung der EPP nicht erforderlich. Ihr Finanzamt wird die EPP im Vorauszahlungsverfahren von sich aus berücksichtigen. Hessen wird diesbezüglich die Vorauszahlungen zum 10. September 2022 in den betroffenen Fällen anpassen und geänderte Vorauszahlungsbescheide versenden.
  • Sollte es in Einzelfällen zu einer Doppelbegünstigung kommen, wird Ihr Finanzamt dies im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2022 korrigieren, da die EPP jeder anspruchsberechtigten Person nur einmal zusteht.
  • Weitere Informationen finden Sie in den FAQ des Bundesministeriums der Finanzen (Link am Ende dieser Seite).

Im Veranlagungsverfahren zur Einkommensteuer des Jahres 2022 wird Ihr Finanzamt auch die Energiepreispauschale (EPP) noch einmal prüfen. Dazu folgende Informationen:

  • Im Rahmen der Jahresveranlagung 2022 erfolgt die Versteuerung der EPP für Personen mit Gewinneinkünften, die erstmalige Berücksichtigung bei bis dahin nicht erkennbaren Fällen und gegebenenfalls die Korrektur von Mehrfachberücksichtigungen.
  • Arbeitnehmer, die Ihre EPP noch nicht erhalten haben, bekommen diese im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2022. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn am 1. September 2022 kein Dienstverhältnis vorlag, der Arbeitnehmer kurzfristig beschäftigt war oder der Arbeitgeber keine Lohnsteuer-Anmeldung abgegeben hat.
  • Die EPP wird jedem Anspruchsberechtigten genau einmal gewährt. Wenn nur ein Ehegatte anspruchsberechtigt ist, wird sie auch bei der Zusammenveranlagung nur einmal gewährt.
  • Auch zum Thema Veranlagungsverfahren und EPP finden Sie weitere Antworten auf Ihre Fragen in den FAQ des Bundesministeriums der Finanzen (Link am Ende dieser Seite).

Mehr zur Energiepreispauschale!

Weitere detaillierte Informationen und Antworten auf Ihre Fragen zur Energiepreispauschale - insbesondere auch für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber - finden Sie in den FAQ des Bundeministeriums der Finanzen.

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