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Übersicht zu den Abgabefristen für die wichtigsten Steuererklärungen und Voranmeldungen sowie zu Zahlungsterminen für Vorauszahlungen und Umsatz-/Lohnsteuern im Voranmeldungs-/Anmeldungsverfahren mit Hinweisen und Erläuterungen einschließlich der gesetzlichen Grundlagen.

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Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die gesetzlichen Abgabefristen für die wichtigsten Steuererklärungen. Darüber hinaus informieren wir Sie über Zahlungstermine für Vorauszahlungen sowie Umsatz- und Lohnsteuern aus dem Voranmeldungs-/Anmeldungsverfahren und geben Ihnen wichtige Hinweise und Tipps.

Abgabefristen von Steuererklärungen und Voranmeldungen

In diesem Artikel werden Sie häufig den Begriff Veranlagungszeitraum (kurz: VZ) lesen. Veranlagungszeitraum ist der Zeitraum, für den eine Steuer festgesetzt wird. In der Regel das Kalenderjahr. Die gesetzlichen Grundlagen für Abgabe- und Zahlungsfristen ergeben sich aus der Abgabenordnung (AO) und weiteren Einzelsteuergesetzen, z.B. dem Einkommensteuergesetz (EStG), dem Körperschaftsteuergesetz (KStG), dem Umsatzsteuergesetz (UStG) und dem Gewerbesteuergesetz (GewStG).

Im Einzelnen informieren wir hier über Fristen und Zahlungstermine für:

Einkommensteuererklärung und Vorauszahlungen

     Sonderregelung aufgrund der Corona-Pandemie - Abgabe der Steuererklärung

Körperschaftsteuererklärung und Vorauszahlungen

     Sonderregelung aufgrund der Corona-Pandemie - Abgabe der Steuererklärung

Umsatzsteuererklärung, Umsatzsteuervoranmeldungen und Zahlungsfristen

     Sonderregelung aufgrund der Corona-Pandemie - Abgabe der Steuererklärung

     Sonderregelung aufgrund der Corona-Pandemie - Dauerfristverlängerung

Gewerbesteuererklärung mit weiteren Hinweisen

     Sonderregelung aufgrund der Corona-Pandemie - Abgabe der Steuererkärung

Lohnsteueranmeldungen und Zahlungsfristen

Folgen verspäteter Abgabe und/oder verspäteter Zahlung


 

Einkommensteuererklärung und Einkommensteuer-Vorauszahlungen

Abgabefristen

Für Ihre persönliche Einkommensteuererklärung gelten - abhängig davon, ob Sie steuerlich beraten sind und/oder Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (L+F) beziehen - seit dem Veranlagungszeitraum (VZ) 2018 folgende Abgabefristen:

Fallgruppe Ab VZ 2018 Konkret VZ 2019 Konkret VZ 2020
steuerlich nicht beratene Personen (ohne L+F) 31.07. des Folgejahres 31.07.2020 31.07.2021
steuerlich nicht beratene Personen (mit L+F) * 31.01. des Zweitfolgejahres 31.01.2021 31.01.2022
steuerlich beratene Personen (ohne L+F) 28./29.02. des Zweitfolgejahres 31.08.2021 28.02.2022
steuerlich beratene Personen (mit L+F) * 31.07. des Zweitfolgejahres 31.12.2021 31.07.2022

*) Hinweis für steuerpflichtige Personen mit Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft (L+F)
Die vorgenannten Abgabefristen für steuerpflichtige Personen mit Einkünften aus L+F beziehen sich auf den Regelfall mit abweichendem Wirtschaftsjahr. Sofern Sie von den neuen Sonderregelungen des § 8c EStDV (Wirtschaftsjahr = Kalenderjahr) Gebrauch machen möchten und Fragen zur Abgabefrist Ihrer Einkommensteuererklärung haben, wenden Sie sich bitte telefonisch an die Servicehotline oder Ihr zuständiges Finanzamt. Die verlängerten Abgabefristen bei Einkünften aus L+F gelten darüber hinaus ausschließlich für die Einkommensteuererklärung und nicht für andere daneben abzugebende Steuererklärungen (z.B. Umsatzsteuer- und Gewerbesteuererklärungen). Die verlängerten Abgabefristen gelten nur für Steuererklärungen, denen unmittelbar eine Gewinnermittlung für Einkünfte aus L+F (Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1, § 4 Abs. 3 oder § 13a EStG) zugrunde liegt. Sie gelten deshalb grundsätzlich nicht für (Einkommen-)Steuererklärungen, für die der Gewinn aus L+F gesondert (und einheitlich) festgestellt wird. Die verlängerte Frist gilt in diesen Fällen grundsätzlich nur für die Erklärung zur gesonderten (und einheitlichen) Feststellung von Besteuerungsgrundlagen.

Wichtig: Für nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtete Personen beginnt die vierjährige Festsetzungsfrist mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuer entstanden ist (§ 169 Abs. 2 Nr. 2 AO, § 170 Abs. 1 AO). Für den VZ 2019 endet die Festsetzungsfrist in diesen Fällen mit Ablauf des 31.12.2023, für den VZ 2020 mit Ablauf des 31.12.2024. Entsprechende Einkommensteuererklärungen, die nach Ablauf dieser Frist beim Finanzamt eingehen, können grundsätzlich nicht mehr bearbeitet werden.

Vorabanforderungen und Fristverlängerungen (allgemeiner Hinweis)

Ihr zuständiges Finanzamt kann in bestimmten Fällen die Einkommensteuererklärung für steuerlich beratene Personen vorab anfordern, jedoch nicht vor Ablauf des 31.07. des dem Veranlagungszeitraum folgenden Kalenderjahres.

Für steuerlich nicht beratene Personen kann das zuständige Finanzamt die Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung auf Antrag und im Rahmen des pflichtgemäßen Ermessens verlängern (Fristverlängerung). Die Gründe für eine beantragte Fristverlängerung sind im Antrag näher darzulegen. Bitte beachten Sie: "… keine Zeit gehabt" ist kein Grund für eine Fristverlängerung.

Bei Einkommensteuererklärungen von steuerlich beratenen Personen und bei vorab angeforderten Steuererklärungen kann die Abgabefrist nur verlängert werden, falls die Person ohne Verschulden verhindert ist oder war, die Steuererklärungsfrist einzuhalten. Ein Verschulden ihres Vertreters oder Erfüllungsgehilfen ist ihr zuzurechnen.

Rechtsgrundlagen: §§ 109 und 149 der Abgabenordnung (AO)

Sonderregelung aufgrund der Corona-Pandemie

Hinweis für den Veranlagungszeitraum (VZ) 2019

Für steuerlich beratene Personen (mit und ohne L+F) wurde für den VZ 2019 durch den Gesetzgeber eine neue Abgabefrist bestimmt. Sofern steuerliche Berater mit der Erstellung von Steuererklärungen beauftragt sind (§ 149 Abs. 3 AO), sind die Erklärungen für den VZ 2019 spätestens bis zum 31.08.2021 abzugeben (ohne L+F). Sofern bei Personen, die den Gewinn aus L+F nach einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr ermitteln, steuerliche Berater mit der Erstellung von Steuererklärungen beauftragt sind (§ 149 Abs. 3 AO), sind die Erklärungen für den VZ 2019 bis zum 31.12.2021 abzugeben.

Ein Antrag von Ihrer Seite ist hierfür nicht erforderlich.

Einkommensteuer-Vorauszahlungen (Zahlungstermine)

Wurden Ihnen gegenüber unter den gesetzlichen Voraussetzungen Einkommensteuervorauszahlungen festgesetzt, so sind die im Vorauszahlungsbescheid genannten Termine Ihre Zahlungstermine. Die festgesetzten Vorauszahlungen müssen spätestens zum genannten Termin gezahlt werden. Vorauszahlungstermine für die Einkommensteuer nebst Nebensteuern sind grundsätzlich der

10. März 10. Juni 10. September 10. Dezember

eines jeden Jahres.

Bitte beachten Sie, dass die Frist zur Festsetzung einer sogenannten „5. Rate“ für Einkommensteuer-Vorauszahlungen nach § 37 Abs. 3 Satz 3 EStG weiterhin 15 Monate (bzw. bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft 23 Monate) beträgt. Sollte sich abzeichnen, dass die bisher festgesetzten Vorauszahlungen die voraussichtliche Steuerschuld nicht decken, empfehlen wir eine rechtzeitige Antragstellung.
Bitte beachten Sie auch, dass das Finanzamt keine Zahlungserinnerungen für Vorauszahlungen mehr verschickt. Um negative Folgen einer verspäteten Zahlung zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen die Teilnahme am SEPA-Lastschriftverfahren, so verpassen Sie keinen Zahlungstermin.

Körperschaftsteuererklärung und Vorauszahlungen

Für die Abgabefristen von Körperschaftsteuererklärungen die Zahlungstermine von Vorauszahlungen auf die Körperschaftsteuer gelten die zur Einkommensteuer genannten Grundsätze analog.

Hinweis: Für die Prüfung der Voraussetzungen des Gemeinnützigkeitsrechts (gemeinnützige Vereine und sonstige gemeinnützige Körperschaften) gelten besondere Regelungen.

Im Allgemeinen prüfen die zuständigen Finanzämter die Voraussetzungen in einem drei-Jahre-Turnus, wobei der Schwerpunkt auf dem letzten Jahr liegt, für das auch die Angaben in der Körperschaftsteuererklärung für gemeinnützige Vereine zu machen sind. Zu welchem Termin eine entsprechende Erklärung abzugeben ist, ergibt sich in der Regel aus den Erläuterungen zum letzten Freistellungbescheid. Eine Erinnerung an die Abgabe entsprechender Steuererklärungen durch die Finanzverwaltung gibt es nicht mehr.

Körperschaftsteuererklärungen sind grundsätzlich in elektronischer Form an das zuständige Finanzamt zu übermitteln. Sofern Sie sich keiner Steuerberatung bedienen, empfehlen wir Ihnen dazu das kostenlose Onlineportal Mein ELSTER.

Sonderregelung aufgrund der Corona-Pandemie

Hinweis für den Veranlagungszeitraum (VZ) 2019


Für steuerlich beratene Personen (mit und ohne L+F) wurde für den VZ 2019 durch den Gesetzgeber eine neue Abgabefrist bestimmt. Sofern steuerliche Berater mit der Erstellung von Steuererklärungen beauftragt sind (§ 149 Abs. 3 AO), sind die Erklärungen für den VZ 2019 spätestens bis zum 31.08.2021 abzugeben (ohne L+F). Sofern bei Personen, die den Gewinn aus L+F nach einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr ermitteln, steuerliche Berater mit der Erstellung von Steuererklärungen beauftragt sind (§ 149 Abs. 3 AO), sind die Erklärungen für den VZ 2019 bis zum 31.12.2021 abzugeben.


Umsatzsteuererklärungen, -voranmeldungen und Zahlungsfristen bei der Umsatzsteuer

Wenn Sie zur Abgabe einer Umsatzsteuerjahreserklärung verpflichtet sind, gelten - unabhängig von den zugrunde liegenden Einkünften, also auch bei Einkünften aus L+F - folgende Abgabefristen:

Fallgruppe Ab VZ 2018 Konkret VZ 2019 Konkret VZ 2020
steuerlich nicht beratene Stpfl 31.07. des Folgejahres 31.07.2020 31.07.2021
steuerlich beratene Stpfl 28./29.02. des Zweitfolgejahres 31.08.2021 28.02.2022

Die vorgenannten Abgabefristen gelten nicht, wenn die gewerbliche oder berufliche Tätigkeit vor oder mit dem Ablauf des Besteuerungszeitraums endet. Endet die Tätigkeit vor Ablauf des Besteuerungszeitraums, gilt § 16 Abs. 3 UStG in Verbindung mit § 18 Abs. 3 Satz 2 UStG. Die Umsatzsteuerjahreserklärung ist in diesem Fall binnen eines Monats nach Beendigung der unternehmerischen Tätigkeit abzugeben. Endet die gewerbliche oder berufliche Tätigkeit mit Ablauf des Kalenderjahres, liegt kein kürzerer Besteuerungszeitraum vor. Die Umsatzsteuerjahreserklärung ist dann sowohl bei steuerlich nicht beratenen als auch bei steuerlich beratenen Personen bis zum 31.07. des Folgejahres abzugeben.

Sonderregelung aufgrund der Corona-Pandemie - Abgabe der Steuererklärung

Hinweis für den Veranlagungszeitraum (VZ) 2019

Für steuerlich beratene Personen wurde für den VZ 2019 durch den Gesetzgeber eine neue Abgabefrist bestimmt. Sofern steuerliche Berater mit der Erstellung von Steuererklärungen beauftragt sind (§ 149 Abs. 3 AO), sind die Erklärungen für den VZ 2019 spätestens bis zum 31.08.2021 abzugeben.

Ein Antrag von Ihrer Seite ist hierfür nicht erforderlich.

Umsatzsteuervoranmeldungen

Unternehmerinnen und Unternehmer müssen bis zum 10. Tag nach Ablauf jedes Voranmeldungszeitraums eine USt-Voranmeldung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz elektronisch an Ihr Finanzamt übermitteln, in der sie die Steuer für den Voranmeldungszeitraum (Vorauszahlung) selbst zu berechnen haben. Die Vorauszahlung ist am 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums fällig (§ 18 Abs. 1 UStG). Voranmeldungszeitraum ist grundsätzlich das Kalendervierteljahr. Beträgt die Steuer für das vorangegangene Kalenderjahr mehr als 7.500 Euro, ist der Kalendermonat Voranmeldungszeitraum. Daneben gelten unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen und Abweichungen (§ 18 Abs. 2 UStG).

Seit 01.01.2021 gilt auch für Neugründerinnen und Neugründer in den ersten beiden Jahren ihrer unternehmerischen Tätigkeit, dass grundsätzlich das Kalendervierteljahr der Voranmeldungszeitraum ist. Der Kalendermonat ist hingegen der Voranmeldungszeitraum, wenn die Unternehmerin oder der Unternehmer im laufenden Kalenderjahr ihre/seine Tätigkeit aufnimmt und die voraussichtliche Steuer des laufenden Kalenderjahres mehr als 7.500 Euro beträgt. Der Kalendermonat ist auch im zweiten Jahr der Tätigkeit der Voranmeldungszeitraum, wenn die tatsächliche Steuer des vorangegangenen Kalenderjahres, hochgerechnet auf das gesamte Kalenderjahr (Jahressteuer), mehr als 7.500 Euro betragen hat.

FALLGRUPPE 1: Umsatzsteuer-Monatszahler FALLGRUPPE 2: Umsatzsteuer-Quartalszahler (Kalendervierteljahr)
Voranmeldungszeitraum Abgabe- und Zahlungsfrist Voranmeldungszeitraum Abgabe- und Zahlungsfrist
Januar 10.02. 1. Quartal (Januar bis März) 10.04.
Februar 10.03. 2. Quartal (April bis Juni) 10.07.
März 10.04. 3. Quartal (Juli bis September) 10.10.
April 10.05. 4. Quartal (Oktober bis Dezember) 10.01. (des Folgejahres)
Mai 10.06.
Juni 10.07.
Juli 10.08.
August 10.09.
September 10.10.
Oktober 10.11.
November 10.12.
Dezember 10.01. (des Folgejahres)

Fällt die Frist auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, verschiebt sie sich auf den ersten darauffolgenden Werktag.

Hinweis: Für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen kann das Finanzamt auf Antrag und gegen eine Sondervorauszahlung von einem Elftel der Summe der Vorauszahlungen des Vorjahres eine Dauerfristverlängerung gewähren. Die Abgabe- und Zahlungsfristen verschieben sich in diesem Fall jeweils um einen Monat in die Zukunft (§§ 46 ff. UStDV).

Sonderregelung aufgrund der Corona-Pandemie - Dauerfristverlängerung

Krisenbetroffene Unternehmerinnen und Unternehmer können auf Antrag die Sondervorauszahlung für die Dauerfristverlängerung bei der Umsatzsteuer für das Jahr 2021 herabsetzen und insoweit bereits gezahlte Beträge erstattet bekommen. Zur Verfahrensvereinfachung können betroffene Unternehmerinnen und Unternehmer eine entsprechend geringere Sondervorauszahlung für das Jahr 2021 mit Begründung unter „Ergänzende Angaben zur Steueranmeldung“ anmelden. Sofern die reguläre Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung angemeldet wurde, können bis zum 31. März 2021 begründete berichtigte Anmeldungen der Sondervorauszahlung für das Jahr 2021 übermittelt werden. Für eine schnelle Bearbeitung reichen Sie bitte bis zum 31. März 2021 auf elektronischem Weg eine berichtigte Anmeldung der Sondervorauszahlung mit Begründung im Freitextfeld (z.B. über Mein ELSTER) ein. Die Dauerfristverlängerung bleibt bestehen.


Gewerbesteuererklärung mit weiteren Hinweisen

Für die Fristen zur Abgabe der Gewerbesteuererklärung gelten die oben zur Umsatzsteuer-Jahreserklärung genannten Fristen analog. Das bedeutet, nicht beratene Personen müssen ihre Gewerbesteuererklärung bis zum 31.07. des auf den Veranlagungszeitraum (VZ) folgenden Jahres abgeben. Für beratene Personen verlängert sich die Frist grundsätzlich auf den 28./29.02. des Zweitfolgejahres.

Bitte beachten Sie, dass die Finanzämter lediglich den Gewerbesteuermessbetrag feststellen und der für die Gewerbesteuer zuständigen Gemeinde mitteilen. Die Festsetzung der Gewebesteuer selbst erfolgt dann durch die jeweilige Gemeinde. Diese ist auch für die Zahlung der Gewerbesteuer und eventuelle Vorauszahlungen zuständig.

Sonderregelung aufgrund der Corona-Pandemie

Hinweis für den Veranlagungszeitraum (VZ) 2019

Für steuerlich beratene Personen wurde für den VZ 2019 durch den Gesetzgeber eine neue Abgabefrist bestimmt. Sofern steuerliche Berater mit der Erstellung von Steuererklärungen beauftragt sind (§ 149 Abs. 3 AO), sind die Erklärungen für den VZ 2019 spätestens bis zum 31.08.2021 abzugeben.

Ein Antrag von Ihrer Seite ist hierfür nicht erforderlich.


Lohnsteueranmeldungen und Zahlungsfristen

Wenn Sie Arbeitnehmer beschäftigen, sind Sie als Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet, die Summen der im Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum einzubehaltenden und zu übernehmenden Lohnsteuer, getrennt nach den Kalenderjahren in denen der Arbeitslohn bezogen wird oder als bezogen gilt, an Ihr Betriebsstättenfinanzamt zu übermitteln und die Steuer abzuführen. Die zu übermittelnde Lohnsteueranmeldung muss spätestens am 10. Tag nach Beendigung des Lohnsteuer-Anmeldezeitraums beim Betriebsstätten-Finanzamt eingegangen sein. Gleiches gilt für die abzuführende Steuer. § 41a Abs. 1 EStG.

Der Anmeldezeitraum für die Lohnsteuer ist grundsätzlich der Kalendermonat. Abhängig von der Summe der im Vorjahr abzuführenden Lohnsteuer kann der Anmeldezeitraum aber auch das Kalendervierteljahr sein oder Sie müssen sogar nur einmal für das Kalenderjahr eine Anmeldung abgeben. Daneben gibt es für bestimmte Fallkonstellationen weiter abweichende Ausnahmen. Alle Einzelheiten sind in § 41a Abs. 2 EStG geregelt.

Für den Regelfall gelten bei der Lohnsteuer folgende Anmelde- und Zahlungsfristen:

FALLGRUPPE 1: Lohnsteuer-Monatszahler FALLGRUPPE 2: Lohnsteuer-Quartalszahler (Kalendervierteljahr)
Anmeldezeitraum Abgabe- und Zahlungsfrist Anmeldezeitraum Abgabe- und Zahlungsfrist
Januar 10.02. 1. Quartal (Januar bis März) 10.04.
Februar 10.03. 2. Quartal (April bis Juni) 10.07.
März 10.04. 3. Quartal (Juli bis September) 10.10.
April 10.05 4. Quartal (Oktober bis Dezember) 10.01. (des Folgejahres)
Mai 10.06.
Juni 10.07.
Juli 10.08.
August 10.09.
September 10.10.
Oktober 10.11.
November 10.12.
Dezember 10.01. (des Folgejahres)
FALLGRUPPE 3: Lohnsteuer-Jahreszahler
Zeitraum Abgabe- und Zahlungsfrist
Kalenderjahr 10.01. (des Folgejahres)


Folgen verspäteter Abgabe und/oder verspäteter Zahlung

Bitte tragen Sie dafür Sorge, dass Ihre Steuererklärungen und Voranmeldungen fristgerecht beim Finanzamt eingereicht werden und fällige Zahlungen fristgerecht geleistet sind, um negative Folgen zu vermeiden.

Folgen verspäteter Abgabe von Erklärungen und Voranmeldungen

Bei verspäteter Abgabe der Steuererklärung kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen.
Bei verspäteter Abgabe nach Ablauf von 14 Monaten (bei Erklärungen mit Einkünften aus L+F nach 19 Monaten) nach Ablauf des betreffenden Veranlagungszeitraum (VZ) oder nach dem in einer Vorabanforderung bestimmten Zeitpunkt hat das Finanzamt im Falle einer Steuernachzahlung einen Verspätungszuschlag grundsätzlich festzusetzen (§ 152 Abs. 2 und 3 AO).
Eine vorab angeforderte Erklärung ist verspätet, wenn sie nach dem in der Vorabanforderung bestimmten Zeitpunkt und einer ggf. gewährten Fristverlängerung abgegeben wird.

Die Höhe des Verspätungszuschlags beträgt in allen Fällen für jeden angefangenen Monat der eingetretenen Verspätung 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer abzüglich festgesetzter Vorauszahlungen und Steuerabzugsbeträge (z.B. Lohnsteuer), mindestens 25 Euro pro angefangenem verspäteten Monat, maximal 25.000 Euro.

Eine abzugebende Voranmeldung ist verspätet, wenn Sie nach den oben genannten Fristen (Umsatzsteuervoranmeldungs-/ Lohnsteueranmeldung) beim Finanzamt eingeht. Im Voranmeldungsverfahren kann das Finanzamt - abweichend von den vorgenannten Regelungen - wegen verspäteter Abgabe oder Nichtabgabe der Voranmeldung einen Verspätungszuschlag von maximal 25.000 Euro festsetzen. Bei der Bemessung des Verspätungszuschlages sind die Dauer und Häufigkeit der Fristüberschreitung sowie die Höhe der Steuer zu berücksichtigen.

Die gesetzlichen Regelungen zur Festsetzung von Verspätungszuschlägen allgemein und im Einzelnen ergeben sich aus § 152 AO.

Sonderregelung aufgrund der Corona-Pandemie für den Veranlagungszeitraum 2019

Wie bereits unter den Abgabefristen dargestellt, wurden die Abgabefristen für steuerlich beratene Personen bezüglich des Veranlagungszeitraums 2019 verlängert. Wird die Steuer-/Feststellungserklärung vor Ablauf der verlängerten Erklärungsfrist abgegeben, tritt keine Erklärungssäumnis im Sinne des § 152 Abs. 1 und 2 AO ein. Die Festsetzung eines Verspätungszuschlags erfolgt in diesen Fällen nicht. Wird die Steuer-/Feststellungserklärung dagegen erst nach Ablauf der verlängerten Erklärungsfrist abgegeben, ohne dass die Erklärungsfrist über den 31. August 2021 bzw. 31. Dezember 2021 hinaus (ggf. rückwirkend) auf Einzelantrag verlängert wurde, liegt Erklärungssäumnis im Sinne des § 152 Abs. 1 und 2 AO vor. In diesem Fall wird ein Verspätungszuschlag grundsätzlich von Amts wegen festgesetzt.

Folgen verspäteter Zahlung

Wird eine Steuer nicht bis zum Ablauf des Fälligkeitstages entrichtet, so ist für jeden angefangenen Monat der Säumnis ein Säumniszuschlag von 1 Prozent des abgerundeten rückständigen Steuerbetrags zu entrichten; abzurunden ist auf den nächsten durch 50 Euro teilbaren Betrag (§ 240 Abs. 1 Satz 1 AO). Auf eine Darstellung der Einzelheiten zur genauen Berechnung von Säumniszuschlägen wird an dieser Stelle verzichtet.


 

Haben Sie noch Fragen zu diesem Thema?

Rufen Sie an. Die Servicehotline der Hessischen Steuerverwaltung ist von Montag bis Freitag jeweils in der Zeit von 8.00 bis 18.00 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 522 533 5 für Sie zu erreichen.