Die neue Grundsteuer in Hessen

Unterschiedliche Grundsteuer für vergleichbare Grundstücke in vergleichbarer Lage? Das ist ungerecht und geht zukünftig nicht mehr. Die Grundsteuer muss nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts neu geregelt werden. Die bisherigen, jahrzehntelang unveränderten Einheitswerte müssen ab 2025 durch eine neue Bemessungsgrundlage ersetzt werden.

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Luftbild - Überblick eines zentralen Platzes in der Großstadt

Nachdem das Bundesverfassungsgericht das derzeitige System der grundsteuerlichen Bewertung - die Einheitswerte - für verfassungswidrig erklärt hat, müssen für alle Grundstücke in Deutschland neue Bemessungsgrundlagen für die Grundsteuer ermittelt werden. In Hessen betrifft das rund 3 Millionen Grundstücke und land- und forstwirtschaftliche Betriebe.

Die Grundsteuerreform soll aufkommensneutral durchgeführt werden. Das bedeutet, dass das Gesamtaufkommen an Grundsteuer in jeder Stadt oder Gemeinde durch die Reform weder steigen noch sinken soll. Aber die einzelnen Grundsteuerzahlungen können sich ändern. Die einen Eigentümerinnen und Eigentümer werden mehr Grundsteuer bezahlen müssen, die anderen weniger. Das ist die zwingende Folge der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts und der verfassungswidrigen Einheitswerte.

Das Ende 2019 verabschiedete Grundsteuerreformgesetz ist ein Bundesgesetz mit bundeseinheitlichen Regelungen. Die Länder haben aber die Möglichkeit erhalten, auch eigene Grundsteuergesetze für ihr Land zu erlassen (sogenannte Länderöffnungsklausel im Grundgesetz).

Hessen wird eigene Regelungen für die Grundsteuer B (für unbebaute und bebaute Grundstücke, die nicht der Land- und Forstwirtschaft zugeordnet sind) und Grundsteuer C (erhöhte Grundsteuer für baureife, nicht der Land- und Forstwirtschaft zugeordnete Grundstücke) in einem hessischen Grundsteuergesetz treffen. Demnach wird es für unbebaute und bebaute Grundstücke sowie für baureife Grundstücke eigene hessische Regelungen geben. Für land- und forstwirtschaftliche Betriebe und Flächen (Grundsteuer A) wird die Bewertung und Besteuerung nach den bundeseinheitlichen Regelungen erfolgen.

Für die Besteuerung ab dem Jahr 2025 gelten die Verhältnisse der Grundstücke zum Stichtag 1. Januar 2022. Auf der Grundlage der von den Finanzämtern auf diesen Stichtag neu festgesetzten Steuermessbeträge werden die Städte und Gemeinden ab dem Jahr 2025 die Grundsteuer erheben. Die bisherigen Werte werden bis dahin für die Erhebung der Grundsteuer durch die Städte und Gemeinden weiterverwendet.

2022 bis 2025 Ab 2025
Altes Recht Grundlage für die Grundsteuer Nicht mehr
anwendbar
Neues Recht

Ermittlung der
Bemessungsgrundlage
nach neuem Recht

Grundlage für die
Grundsteuer

Bitte beachten Sie: Die Grundsteuer wird erstmalig ab 2025 nach den neuen Regelungen erhoben. Sollten sich an Ihrem Grundbesitz bis dahin Änderungen (z.B. durch Verkauf, Anbau, Abriss) ergeben, erfolgen die notwendigen Anpassungen im neuen und im alten Recht.

Haben Sie noch Fragen zu diesem Thema?

Weitere Informationen zur Grundsteuer und zur Grundsteuerreform sowie den Bundesregelungen finden Sie in den FAQ des Bundesministeriums der Finanzen. Außerdem erhalten Sie auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Finanzen Informationen über die geplante abweichende Landesregelung in Hessen.