Dorfansicht mit Photovoltaikanlagen auf Dächern.

Photovoltaikanlagen & Blockheizkraftwerken

Steuerliche Hinweise zur Errichtung und zum Betrieb einer kleinen Photovoltaikanlage oder eines kleinen Blockheizkraftwerkes.

Lesedauer:5 Minuten

Betreiben Sie eine Photovoltaikanlage bzw. ein Blockheizkraftwerk und speisen Sie den erzeugten Strom zumindest teilweise entgeltlich in das öffentliche Netz ein, üben Sie damit eine umsatzsteuerpflichtige Tätigkeit aus und erzielen grundsätzlich Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Umsatzsteuer und Einkommensteuer werden sowohl auf den verkauften Strom als auch auf den von Ihnen selbst verbrauchten Strom erhoben.

Für bestimmte Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 10 Kilowatt und vergleichbare Blockheizkraftwerke mit einer installierten elektrischen Leistung von bis zu 2,5 Kilowatt können Sie für die Einkommensteuer nach dem BMF-Schreiben vom 29.Oktober 2021Öffnet sich in einem neuen Fenster eine Vereinfachungsregelung in Anspruch nehmen. Die Regelung gilt grundsätzlich für bereits betriebene als auch für neu errichtete Anlagen. Nutzen Sie zusätzlich für die Umsatzsteuer die Kleinunternehmerregelung, sind Ihre steuerlichen Pflichten und der damit verbundene (steuerliche) Aufwand besonders gering.

Nähere Informationen zur Vereinfachungsregel bei der Einkommensteuer nebst den dazugehörigen Voraussetzungen, zur Umsatzbesteuerung und Gewerbesteuer finden Sie im Merkblatt zur Steuervereinfachung für kleine Photovoltaikanlagen und vergleichbare Blockheizkraftwerke. Zudem steht Ihnen ein Antragsformular/FragebogenÖffnet sich in einem neuen Fenster zur Verfügung.

Weitere allgemeine Hinweise für die erstmalig aufgenommene Tätigkeit der Stromerzeugung durch Betrieb einer Photovoltaikanlage oder eines Blockheizkraftwerks, zur Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer sowie zu Steuererklärungs- und Anzeigepflichten können Sie der Broschüre "Steuerwegweiser für ExistenzgründerÖffnet sich in einem neuen Fenster" entnehmen.

Umsatzsteuer

Verkaufen Sie Ihren selbst erzeugten Strom zumindest teilweise an Ihren Energieerzeuger, sind Sie Unternehmer und Ihre Umsätze unterliegen grundsätzlich der Umsatzsteuer. Merkblatt zur Steuervereinfachung für kleine Photovoltaikanlagen und vergleichbare Blockheizkraftwerke Tz. 3

Eine Ausnahme besteht hingegen für sogenannte Kleinunternehmer. Voraussetzung ist, dass die Umsätze im Gründungsjahr nicht mehr als 22.000 € betragen und im Folgejahr 50.000 € nicht übersteigen werden. In diesem Fall wird die Umsatzsteuer nicht erhoben. Dies bedeutet aber auch, dass Sie die Umsatzsteuer, die Sie für die Anschaffung Ihrer Anlage gezahlt haben, nicht als Vorsteuern bei Ihrem Finanzamt geltend machen können und nicht zurückgezahlt bekommen.

Verzichten Sie auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung und unterliegen Ihre Umsätze daher der Umsatzsteuer haben Sie bis zum 10. Tag nach Ablauf jedes Voranmeldungszeitraums eine Umsatzsteuer-Voranmeldung elektronisch an Ihr zuständiges Finanzamt zu übermitteln und die darin selbst berechnete Steuer an das Finanzamt entrichten. Der Voranmeldungszeitraum ist grundsätzlich das Kalendervierteljahr. Darüber hinaus ist eine Umsatzsteuerjahreserklärung bis zum 31. Juli des Folgejahres elektronisch (z.B. über www.elster.deÖffnet sich in einem neuen Fenster) an das zuständige Finanzamt zu übermitteln.