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SEPA - „Single Euro Payments Area“

Sepa

 

 

 

 

 Was ist SEPA?

SEPA steht für „Single Euro Payments Area“ und beschreibt den einheitlichen Euro- Zahlungsverkehrsraum für Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen, in dem bargeldlose nationale und grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb der Teilnehmerländer so standardisiert werden, dass es für die Bankkunden keine Unterschiede mehr gibt (gleiche Bedingungen, gleiche Rechte und Verpflichtungen) und die Zahlungen gleichermaßen einfach, kostengünstig und sicher abgewickelt werden können.

Mit der Entscheidung des Europaparlaments, ab dem 01. Februar 2014 die nationalen Verfahren durch die SEPA Zahlverfahren im Interbankenbereich vollständig abzulösen, existiert nun ein Fixdatum, ab dem der SEPA-Standard für den Zahlungsverkehr verbindlich vorgesehen ist. Bis zu diesem Zeitpunkt bleiben die bisher genutzten nationalen Verfahren weiterhin bestehen.
SEPA umfasst derzeit 33 Staaten. Neben den 17 Euro – Staaten sind alle weiteren EU – Mitgliedstaaten beteiligt. Auch die Kreditinstitute in den drei Staaten des übrigen Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) Island, Liechtenstein und Norwegen sowie zusätzlich in Monaco und in der Schweiz nutzen die neuen europäischen Zahlverfahren.


Was bedeutet SEPA ?

Kontonummer und Bankleitzahl wird durch IBAN und BIC ersetzt

Schon 2006 wurden die internationale Bankkontonummer IBAN (International Bank Account Number) und die internationale „Bankleitzahl“ BIC (Bank Identifier Code) eingeführt. Anstelle der herkömmlichen Kontonummer und Bankleitzahl sind somit künftig IBAN und BIC zu verwenden. Die IBAN setzt sich in Deutschland aus der Länderkennzeichnung „DE“, einer zweistelligen Prüfziffer, aus der bisherigen acht- stelligen Bankleitzahl und der zehn- stelligen Kontonummer mit führenden Nullen zusammen.

Die nationale Bankenkennung (bisher Bankleitzahl) wird durch den BIC ersetzt, der jedoch innerhalb Deutschlands bereits zum 1. Februar 2014 entfällt (Stichwort IBAN-only), während er innerhalb der EU-Mitgliedstaaten ohne DE verpflichtend ist bis zum 1. Februar 2016; für die anderen Staaten ggf. darüber hinaus.

SEPA-Überweisung

Seit Januar 2008 können Überweisungen in Euro innerhalb Deutschlands und grenzüberschreitend in alle SEPA-Teilnehmerländer per SEPA-Überweisung durchgeführt werden. Ab Februar 2014 löst die SEPA-Überweisung das nationale Überweisungsverfahren in den Euroländern endgültig ab. Der Überweisende und der Begünstigte sowie deren Zahlungsdienstleister werden bei der SEPA-Überweisung durch zwei besondere Kennziffern identifiziert: die IBAN (International Bank Account Number, internationale Kontonummer) und den BIC (Business Identifier Code, internationale Bankleitzahl) anstatt der bisherigen Kontonummer und Bankleitzahl.

SEPA-Zahlungen können ausschließlich in der Währung Euro abgewickelt werden. Für Zahlungen in anderen europäischen Währungen (z.B. Britische Pfund oder Dänische Kronen) bedarf es weiterhin besonderer Zahlwege (z.B. einer Auslandsüberweisung) und es gelten andere Abwicklungskonditionen (z.B. Entgelte, Ausführungsfristen).

SEPA-Lastschriftverfahren

Für die SEPA-Lastschrift gibt es zwei Verfahren: die SEPA-Basislastschrift (SEPA Core Direct Debit), sowie die SEPA-Firmenlastschrift (SEPA Business to Business Direct Debit), die ausschließlich für den Nichtverbraucher als Zahlungspflichtige vorgesehen ist, wobei z.B. auch Vereine oder Einzelkaufleute auch als Verbraucher gelten. Das SEPA-Basis-Lastschriftverfahren enthält vom deutschen Einzugsermächtigungslastschriftverfahren zahlreiche bekannte Elemente. Das SEPA-Firmen-Lastschriftverfahren berücksichtigt die Bedürfnisse von Geschäftskunden und ist dem heutigen Abbuchungsauftragsverfahren ähnlich.

Seit November 2009 werden beide SEPA-Lastschriftverfahren angeboten. Damit sind im einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum erstmals auch grenzüberschreitende Lastschriften möglich. Wer regelmäßige Zahlungen z.B. in ein Nachbarland im Euroraum entrichten muss, kann die fälligen Beträge nun von seinem Inlandszahlungskonto als SEPA-Lastschrift abbuchen lassen.

Ab Februar 2014 löst die SEPA-Lastschrift die nationalen Lastschriftverfahren in den Euro-Ländern endgültig ab. Ebenso wie bei SEPA-Überweisungen werden für SEPA-Lastschriften grundsätzlich IBAN (International Bank Account Number, internationale Kontonummer) und BIC (Business Identifier Code, internationale Bankleitzahl) anstatt wie bisher Kontonummer und Bankleitzahl benötigt.

Ab Februar 2014 werden die Rechte der Verbraucher bei Lastschriften in den Euro-Ländern gestärkt. Zahlungsdienstleister müssen ihren Kontoinhabern künftig ermöglichen, die Einlösung von Lastschriften z.B. betragsmäßig zu begrenzen oder auf bestimmte Zahlungsempfänger einzuschränken.

Die SEPA-Basislastschrift kennt einige Besonderheiten, die sie deutlich vom bisherigen Lastschrifteinzug mit Einzugsermächtigung unterscheidet:

Das SEPA-Mandat
Die rechtliche Legitimation für den Einzug von SEPA-Lastschriften ist das Mandat, das die Zustimmung des Zahlers gegenüber dem Zahlungsempfänger zum Einzug fälliger Forderungen mittels Lastschrift und die Weisung an seinen Zahlungsdienstleister (Zahlstelle) zur Einlösung durch Belastung seines Zahlungskontos enthält.

Für die Zahler ist die Umstellung auf die SEPA-Basislastschrift mit keinerlei Aufwand verbunden. Nach Änderung der Geschäftsbedingungen der Zahlungsdienstleister zum 9. Juli 2012 können die einmal erteilten Einzugsermächtigungen auch für den Einzug von SEPA-Basislastschriften genutzt werden. Der Wechsel vom bisherigen Einzugsverfahren zum SEPA-Basislastschriftverfahren ist dem Zahler mitzuteilen. Voraussetzung ist, dass eine unterschriebene Einzugsermächtigung im Original vorliegt und dass der Debitor der AGB-Änderung nicht widerspricht.

Mustertexte finden Sie auf den Internetseiten der Deutschen Kreditwirtschaft .

Die Mandatsreferenznummer
Darüber hinaus muss im Mandat eine Mandatsreferenznummer zu finden sein, mit der das erteilte Mandat gekennzeichnet wird. Die Mandatsreferenz ist ein vom Zahlungsempfänger individuell vergebenes Kennzeichen eines Mandats und ermöglicht in Verbindung mit der Gläubiger-ID die eindeutige Identifizierung eines SEPA - Lastschriftmandats.

Pre-Notification
Die SEPA-Lastschriften haben ein festes Fälligkeitsdatum, an dem die Kontobelastung erfolgt. Dieses wird dem Zahler vom Zahlungsempfänger (Lastschrifteinreicher) vorab mitgeteilt (Pre-Notification). Sofern beide Parteien nichts anderes vereinbart haben, muss der Zahlungsempfänger spätestens 14 Tage vor dem Fälligkeitsdatum den Zahlungspflichtigen über die anstehende Lastschrift informieren. Für die Vorabinformation können also zwischen Gläubiger und Zahler abweichende Vereinbarungen getroffen werden. Auf diese Weise kann der Zahler sicherstellen, dass sein Zahlungskonto/ Girokonto zum Zeitpunkt des Lastschrifteinzugs über genügend Deckung verfügt.


Die Gläubiger-Identifikationsnummer
Jeder Lastschrifteinreicher (Zahlungsempfänger) besitzt eine individuelle Kennung zur Identifizierung, die sogenannte Gläubiger-Identifikationsnummer (CI, Creditor Identifier). Diese Nummer und die vom Zahlungsempfänger jedem Mandat zuzuordnende Mandatsreferenz ermöglichen dem Zahler einen einfachen Abgleich von Belastungen auf seinem Zahlungskonto/ Girokonto. Die Gläubiger-Identifikationsnummer ist in Deutschland 18 Stellen lang und ist der Deutschen Bundesbank  zu beantragen.

Einreichung und Einzug von Lastschriften
Der Zahlungsempfänger hat den Lastschriftdatensatz – unter Beachtung der mit seiner Bank vereinbarten Einreichungsfristen – elektronisch an diese zu übermitteln.
Im Vergleich zur deutschen DTA-Lastschrift ist die SEPA-Lastschrift nicht per Sicht fällig, sondern muss mit einer entsprechenden Vorlauffrist bei der Bank des Debitors vorliegen und daher auch rechtzeitig durch den Kreditor versandt werden.

Die Lastschriftdaten dürfen nicht früher als 14 Kalendertage vor dem Fälligkeitstermin bei der Bank des Zahlers vorliegen. Zudem muss der Datensatz bei Erst- oder Einmallastschrift spätestens 5 Bankarbeitstage, bei Folge- oder letztmaliger Lastschrift zwei Bankarbeitstage vor dem Fälligkeitstermin bei der Zahlerbank vorliegen. Für die Berechnung der Fristen gilt der TARGET-Kalender unter Beachtung der individuellen Geschäftstage und Einreichungsfristen der Bank des Zahlungsempfängers.

Ist dem Kreditor bekannt, dass die aktuelle Lastschrift die letzte Lastschrift ist, die er mit dem Mandat einzieht, so ist die Lastschrift verpflichtend als letzte Lastschrift zu kennzeichnen.

Das Regelwerk für die SEPA-Basis-Lastschrift bietet ab November 2012 die Option, im SEPA-Basis-Lastschriftverfahren die Vorlagefrist von Lastschrifteinzügen bei dem Zahlungsdienstleister des Zahlers (Zahlstelle) auf einen Geschäftstag zu verkürzen. Die Deutsche Kreditwirtschaft bietet diese, „COR1“ genannte Option als zusätzliches Produkt auf der Inkassoseite (für Zahlungsempfänger) ab November 2013 flächendeckend in Deutschland an.

Fristen für Rücklastschriften
Einer SEPA-Basislastschrift mit gültigem SEPA-Mandat kann innerhalb von acht Wochen ab dem Fälligkeitstag widersprochen werden. Bei unautorisierten Lastschriften ohne SEPA-Mandat kann der Zahlungspflichtige eine Rückbuchung in einem Zeitraum von dreizehn Monaten veranlassen. Nach Ablauf dieser Fristen kann der Belastung nicht mehr widersprochen werden.

ISO 20022 – Format für SEPA

Die Abwicklung der SEPA-Überweisung und SEPA-Lastschrift erfolgt im XML-Format gemäß ISO 20022. Dieses neue Format löst das bestehende DTA-Format ab. Überweisungen in Nicht-Euro-Währungen sind weiterhin mit dem DTAZV-Format vorzunehmen.

Zahlungen, die nicht von der SEPA-Umstellung zum 1. Februar 2014 betroffen sind, sind unter anderem:

  • Zahlungen unter Verwendung von IBAN und BIC in Länder, die keine SEPA -Teilnehmerländer sind
  • Zahlungen in anderen europäischen Währungen - hier bedarf es weiterhin einer Auslandsüberweisung
  • Scheckzahlungen
  • Kartenzahlungen

SEPA für Unternehmen

Weiterführende Informationen zur Umstellung des Zahlungsverkehrs auf SEPA für Unternehmen enthält dieser Artikel .

SEPA für Vereine

Die PDF-Datei zum Download finden Sie hier .

Weitere aktuelle Informationen zu SEPA stellen unter anderem folgende Institutionen bereit: